Du möchtest Parkett kaufen, das gesundheitlich unbedenklich ist und deine Wohnqualität verbessert? Dann ist es entscheidend, auf die richtigen Kennzeichnungen zu achten, um sicherzustellen, dass dein neues Bodenbelag keine unnötigen Schadstoffe in dein Zuhause bringt.
Das sind die beliebtesten Schadstoffarmes Parkett Produkte
Warum ist die Wahl von schadstoffarmem Parkett wichtig?
Parkett ist ein Naturprodukt und eine beliebte Wahl für viele Haushalte, doch die Verarbeitung und Behandlung können dazu führen, dass bestimmte Chemikalien freigesetzt werden. Diese VOCs (flüchtige organische Verbindungen) können die Raumluftqualität beeinträchtigen und gesundheitliche Beschwerden wie Kopfschmerzen, Reizungen der Atemwege oder Allergien auslösen. Insbesondere für sensible Gruppen wie Kinder, ältere Menschen oder Personen mit Vorerkrankungen ist die Wahl von Parkett mit geringen Schadstoffemissionen von großer Bedeutung. Ein gesunder Wohnraum beginnt bekanntlich beim Boden.
Worauf solltest du beim Kauf von schadstoffarmem Parkett achten?
Die Auswahl des richtigen Parketts erfordert ein Bewusstsein für die verschiedenen Siegel und Zertifizierungen, die Auskunft über die Emissionsklasse und die Inhaltsstoffe geben. Verlasse dich nicht nur auf Herstellerangaben, sondern informiere dich über anerkannte Prüfsiegel und deren Kriterien.
Schlüsselkennzeichnungen und Zertifikate für schadstoffarmes Parkett
- Blauer Engel: Dieses deutsche Umweltzeichen ist eines der ältesten und bekanntesten. Es zeichnet Produkte aus, die umweltfreundlich sind, aber auch besondere Anforderungen an die Gesundheit erfüllen. Für Bodenbeläge bedeutet dies in der Regel strenge Grenzwerte für VOCs und andere Schadstoffe.
- EMAS (Eco-Management and Audit Scheme): Ein europäisches Umweltmanagementsystem, das Organisationen dabei unterstützt, ihre Umweltleistung kontinuierlich zu verbessern. Ein EMAS-zertifiziertes Produkt deutet auf ein verantwortungsbewusstes Unternehmen hin, das strenge Umwelt- und Qualitätsstandards einhält.
- RAL Gütezeichen: Viele Produkte, auch Parkett, können das RAL Gütezeichen tragen. Dieses wird von unabhängigen Instituten vergeben und garantiert, dass das Produkt bestimmte Qualitäts- und Sicherheitsstandards erfüllt, die über gesetzliche Anforderungen hinausgehen können. Achte hierbei auf spezifische Gütezeichen für Holzfußböden oder emissionsarme Bauprodukte.
- FSC (Forest Stewardship Council) und PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification): Diese Siegel garantieren eine verantwortungsvolle Waldbewirtschaftung. Auch wenn sie primär die Herkunft des Holzes betreffen, tragen sie zu einer nachhaltigeren und oft auch transparenteren Lieferkette bei, was indirekt auch Einfluss auf die Verarbeitung und eingesetzten Chemikalien haben kann.
- Eigene Emissionsprüfungen von Herstellern: Manche Hersteller lassen ihre Produkte von unabhängigen Laboren auf Emissionen prüfen und stellen entsprechende Zertifikate zur Verfügung. Achte darauf, dass diese Prüfungen nach anerkannten Normen (z.B. ISO-Normen) durchgeführt wurden und die Ergebnisse transparent dargelegt werden.
Die Bedeutung von Emissionsklassen (z.B. E1, E0, A+)
Die Emissionsklasse gibt Auskunft darüber, wie viele flüchtige organische Verbindungen ein Produkt freisetzt. Je niedriger die Emissionsklasse, desto geringer die Schadstoffbelastung.

- E1-Klasse: Dies ist die gesetzliche Mindestanforderung in der EU für Holzwerkstoffe. Parkett der Klasse E1 gibt nur sehr geringe Mengen an Formaldehyd ab.
- E0-Klasse: Diese Klasse geht über die gesetzlichen Anforderungen hinaus und bedeutet, dass das Parkett nahezu emissionsfrei ist. Hierbei liegen die Grenzwerte für Formaldehyd und andere VOCs deutlich unter denen der E1-Klasse.
- A+ (gemäß French VOC Label): Dieses Label, das hauptsächlich in Frankreich verwendet wird, klassifiziert die Emissionen von VOCs in Innenräumen auf einer Skala von A+ (sehr geringe Emissionen) bis C (hohe Emissionen). Produkte mit A+ sind besonders empfehlenswert für ein gesundes Raumklima.
Welche Schadstoffe können in Parkett enthalten sein?
Beim Kauf von Parkett solltest du dir bewusst sein, dass bestimmte Inhaltsstoffe für die Emission von Schadstoffen verantwortlich sein können. Dazu gehören vor allem:
- Formaldehyd: Ein Konservierungsmittel und Bindemittel, das in Klebstoffen und Lacken verwendet wird. Es kann Reizungen der Augen und Atemwege verursachen und steht im Verdacht, krebserregend zu sein.
- Andere flüchtige organische Verbindungen (VOCs): Hierzu zählen beispielsweise Benzol, Toluol und Xylole, die in Lacken, Lasuren und Klebstoffen vorkommen können. Sie können zu Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit führen.
- Weichmacher: Werden manchmal in Versiegelungen verwendet und können ebenfalls gesundheitsschädlich sein.
- Schwermetalle: Obwohl seltener, können Schwermetalle in älteren Lacken oder Pigmenten enthalten sein.
Wie beeinflussen Verleimung, Versiegelung und Oberflächenbehandlung die Schadstoffemissionen?
Die Art und Weise, wie das Parkett verarbeitet und behandelt wird, hat einen erheblichen Einfluss auf die potenziellen Schadstoffemissionen.
- Verleimung: Bei Mehrschichtparkett oder Klickparkett werden die einzelnen Schichten verleimt. Achte hier auf lösungsmittelfreie Klebstoffe, die keine oder nur sehr geringe Mengen an Formaldehyd und VOCs freisetzen.
- Versiegelung und Oberflächenbehandlung: Die Oberflächenversiegelung (Lackierung oder Ölbehandlung) schützt das Holz, kann aber auch eine Quelle für Schadstoffe sein. Wasserbasierte Lacke und natürliche Öle (wie Leinöl) sind in der Regel emissionsärmer als lösungsmittelhaltige Produkte. Naturöle werden oft als besonders wohngesund empfunden, da sie das Holz atmen lassen und bei der Aushärtung kaum schädliche Dämpfe abgeben.
- Beizen und Farbstoffe: Wenn das Parkett gefärbt ist, achte darauf, dass die verwendeten Beizen und Farbstoffe ebenfalls auf ihre Schadstofffreiheit geprüft sind.
| Kennzeichnung/Prüfung | Bedeutung für dich | Fokus | Zertifizierende Stelle (Beispiele) | Geprüfte Kriterien |
|---|---|---|---|---|
| Blauer Engel | Geprüfte Umweltfreundlichkeit und Gesundheitsverträglichkeit. Sicherheit für deine Familie. | Gesundheitliche Unbedenklichkeit, geringe VOC-Emissionen, nachhaltige Produktion. | Umweltbundesamt (Deutschland) | VOC-Emissionen, Formaldehyd, Schadstoffe in Lacken/Klebstoffen. |
| EMAS (Eco-Management and Audit Scheme) | Unternehmen mit hoher Umweltverantwortung. Transparenz in der Lieferkette. | Umweltmanagement, kontinuierliche Verbesserung, Umweltdaten. | Zertifizierungsstellen im Auftrag der EU | Umweltleistung des Unternehmens, Produktdaten (indirekt). |
| RAL Gütezeichen | Hohe Qualität und Sicherheit, die über gesetzliche Standards hinausgeht. | Produktqualität, Sicherheit, Langlebigkeit, oft auch Emissionswerte. | Deutsche Gütegemeinschaft Möbel e.V. (DGM), diverse RAL-Institute | Abhängig vom spezifischen Gütezeichen, oft Emissionen, Haltbarkeit. |
| FSC / PEFC | Nachhaltige Forstwirtschaft. Beitrag zum Umweltschutz. | Herkunft des Holzes, verantwortungsvolle Waldbewirtschaftung. | Forest Stewardship Council, Programme for the Endorsement of Forest Certification | Nachhaltigkeit der Holzgewinnung, Transparenz der Lieferkette. |
| Emissionsklasse A+ (French VOC Label) | Sehr geringe VOC-Emissionen für optimale Raumluftqualität. | Freisetzung von flüchtigen organischen Verbindungen in Innenräumen. | Zertifizierungsstellen nach französischem Label | Gesamt-VOCs, Formaldehyd, diverse spezifische VOCs. |
| E0-Klasse | Nahezu emissionsfreies Parkett. Höchste Sicherheit. | Besonders niedrige Grenzwerte für Formaldehyd und andere VOCs. | Herstellerinterne Prüfungen oder durch externe Labore nach Standards | Formaldehyd, diverse VOCs. |
Praktische Tipps für den Kauf von schadstoffarmem Parkett
Neben den Kennzeichnungen gibt es weitere Aspekte, die du bei deinem Kauf berücksichtigen solltest, um sicherzustellen, dass du ein gesundes und langlebiges Produkt erhältst:
- Informiere dich über den Hersteller: Seriöse Hersteller legen Wert auf Transparenz und stellen Informationen über ihre Produkte, die verwendeten Materialien und die Testergebnisse zur Verfügung.
- Frage nach Prüfberichten: Scheue dich nicht, den Händler oder Hersteller nach detaillierten Prüfberichten von unabhängigen Laboren zu fragen. Diese sollten die gemessenen Emissionswerte klar aufschlüsseln.
- Proben anfordern: Wenn möglich, lass dir Muster des Parketts zuschicken. Dies gibt dir nicht nur einen Eindruck von der Optik und Haptik, sondern du kannst auch den Geruch prüfen. Ein starker chemischer Geruch ist ein Warnsignal.
- Fachhandel aufsuchen: Der Kauf in einem spezialisierten Fachgeschäft bietet oft den Vorteil, dass du kompetent beraten wirst und die Mitarbeiter über die verschiedenen Siegel und Qualitätsstandards informiert sind.
- Montage beachten: Auch die Klebstoffe und Spachtelmassen, die bei der Verlegung verwendet werden, sollten emissionsarm sein. Achte auf Produkte mit entsprechenden Zertifizierungen oder lasse dich von deinem Verleger beraten.
- Luftung nicht vergessen: Auch bei schadstoffarmem Parkett ist regelmäßiges Lüften wichtig, um die Raumluftqualität insgesamt zu verbessern und eventuell dennoch vorhandene Restemissionen zu minimieren.
Wie du die Qualität von Parkett selbst beurteilen kannst (Geruch und Haptik)
Obwohl Zertifikate und Siegel die sicherste Methode sind, um die Schadstofffreiheit zu beurteilen, gibt es auch sensorische Hinweise:
- Geruch: Hochwertiges, schadstoffarmes Parkett riecht kaum oder nur sehr dezent nach Holz. Ein intensiver, chemischer Geruch, der auch nach der Verlegung noch anhält, deutet auf eine Belastung mit VOCs hin.
- Haptik: Eine glatte, gleichmäßige Oberfläche ohne stark hervorstechende Gerüche spricht in der Regel für eine sorgfältige Verarbeitung und umweltfreundliche Oberflächenbehandlung.
Vergleich: Geöltes vs. Lackiertes Parkett und Schadstoffemissionen
Beide Oberflächenbehandlungen haben ihre Vor- und Nachteile in Bezug auf Schadstoffemissionen und Pflege.
- Geöltes Parkett: Bei der Oberflächenbehandlung mit natürlichen Ölen (z.B. auf Basis von Leinöl, Sonnenblumenöl) werden die Holzporen von innen versiegelt, ohne die Atmungsaktivität des Holzes zu stark zu beeinträchtigen. Hochwertige Öle bestehen zu einem großen Teil aus natürlichen Inhaltsstoffen und haben sehr geringe VOC-Emissionen. Die Pflege ist aufwendiger, da das Öl regelmäßig aufgefrischt werden muss, um den Schutz zu erhalten.
- Lackiertes Parkett: Moderne, wasserbasierte Lacke sind in ihrer Schadstoffemission deutlich besser geworden als früher. Sie bilden eine geschlossene Schicht auf der Holzoberfläche und sind sehr pflegeleicht und widerstandsfähig. Achte hier besonders auf Produkte, die explizit als emissionsarm oder mit einem Prädikat wie A+ gekennzeichnet sind. Lösungsmittelhaltige Lacke sind heute eher unüblich bei hochwertigem Parkett.
Zusammenfassung der wichtigsten Siegel für schadstoffarmes Parkett
Die Wahl des richtigen Siegels gibt dir die größte Sicherheit. Konzentriere dich auf:
- Den Blauen Engel für ein deutsches, umfassendes Umweltzeichen mit Gesundheitsbezug.
- Die Emissionsklasse A+ für eine hohe Gewissheit bezüglich der VOC-Freisetzung in Innenräumen.
- Die E0-Klasse als Indikator für nahezu emissionsfreies Parkett.
- Das RAL Gütezeichen, wenn es spezifisch für Holzböden oder emissionsarme Produkte vergeben wird.
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FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Schadstoffarmes Parkett kaufen: Auf welche Kennzeichnungen achten?
Was bedeutet die E1-Klasse bei Parkett genau?
Die E1-Klasse ist die europäische Norm für Holzwerkstoffe und gibt den maximal zulässigen Grenzwert für Formaldehyd-Emissionen an. Parkett der Klasse E1 ist als gesundheitlich unbedenklich eingestuft, setzt aber im Vergleich zu niedrigeren Klassen oder speziellen Zertifizierungen wie E0 oder A+ mehr Formaldehyd frei.
Sind alle Parkettböden mit dem Blauen Engel schadstoffarm?
Ja, das Siegel Blauer Engel garantiert, dass das entsprechende Parkett strenge Kriterien bezüglich Umweltfreundlichkeit und Gesundheitsschutz erfüllt. Dazu gehören sehr geringe Emissionen von Schadstoffen, insbesondere von VOCs und Formaldehyd.
Welche Auswirkungen hat ein Parkett mit schlechten Emissionswerten auf die Gesundheit?
Parkett mit hohen VOC-Emissionen kann die Raumluftqualität verschlechtern und zu gesundheitlichen Beschwerden wie Kopfschmerzen, Schwindel, Reizungen der Atemwege, Augen und Haut führen. Langfristig können bestimmte Chemikalien auch ernstere Gesundheitsprobleme verursachen.
Ist geöltes Parkett immer gesünder als lackiertes Parkett?
Nicht unbedingt. Während natürliche Öle oft als sehr wohngesund gelten, können auch moderne, wasserbasierte Lacke sehr emissionsarm sein und entsprechende Siegel tragen. Entscheidend ist die Qualität und Zusammensetzung des jeweiligen Produkts, unabhängig davon, ob es geölt oder lackiert ist.
Wie lange dauert es, bis sich die Emissionen von neuem Parkett vollständig verflüchtigt haben?
Die meisten Emissionen treten in den ersten Tagen und Wochen nach der Verlegung auf. Auch wenn sich die Konzentration mit der Zeit verringert, ist es ratsam, auch danach regelmäßig zu lüften. Parkett, das nachweislich schadstoffarm ist, emittiert ohnehin nur sehr geringe Mengen.
Sollte ich bei Kindern oder Allergikern besonders auf die Kennzeichnungen achten?
Ja, absolut. Kinder und Personen mit Allergien oder Atemwegserkrankungen sind besonders empfindlich gegenüber Schadstoffen. Hier ist die Wahl von Parkett mit Zertifizierungen wie dem Blauen Engel, der Emissionsklasse A+ oder E0 besonders wichtig, um ein gesundes Wohnumfeld zu gewährleisten.
Was ist der Unterschied zwischen VOCs und Formaldehyd?
VOCs (flüchtige organische Verbindungen) sind eine breite Gruppe von Chemikalien, die in der Luft verdampfen. Formaldehyd ist eine spezifische VOC, die häufig in Baumaterialien und Möbeln vorkommt und für ihre gesundheitsschädlichen Eigenschaften bekannt ist. Beide können die Raumluftqualität beeinträchtigen.